Bei der Konzeption eines neuen Corporate Designs ist die neue Farbgebung mit oder ohne Sonderfarben immer ein zentraler Bestandteil.

Hierbei stellt sich oft die Gretchenfrage: Sind die neuen Marken- oder Unternehmensfarben (im Offsetdruck) aus der Euroskala gemischt oder reine Sonderfarben – Moment mal, Sonderfarben? Das ist doch viel zu teuer! Wenn überhaupt, dann nur eine Sonderfarbe. Wie immer kommt es auf den Einzelfall an. Hier führe ich kurz einige wichtige Punkte auf, die beider Entscheidung Sonderfarbe oder Euroskala / Prozessfarben wichtig sind.

Vorteile der Sonderfarben gegenüber den Standarddruckfarben der Euroskala (cmyk)

  •    Exklusivität, da besondere Farben nicht jeder hat. Dabei meine ich jetzt nicht das Verkehrsblau oder Standardrot!
  •    Ausgezeichnete Farbbrillanz. Egal welcher Bedruckstoff genutzt wird, die Farbe ist intensiver im Vergleich zum 4c-Druck.
  •    Sehr gute Darstellbarkeit kleinster Element. Gerade bei der Geschäftsausstattung insbesondere bei der Visitenkarte (Schriftgrößen unter 7pt), dünne Linien bei Logo, Mustern oder Icons (weniger als 1mm) können im Vollton gestochen scharf (je nach Papierart / Bedruckstoff) abgebildet werden.
  •    Kostenvorteil bei der Nutzung vieler Werbemittel. Wenn ein Unternehmen voraussichtlich viele bedruckte Werbeartikel nutzen möchte (Tassen, Schlüsselanhänger, Stifte, Taschen, usw.) dann wird mit einer Sonderfarbe günstiger gedruckt als im 4c-Druck. Außerdem entspricht der Sonderfarbendruck fast 100% der Farbe auf der Geschäftssausstattung.
  •    Produktionsvorteil bei Nutzung verschiedener Werbeträger, da es eine definierte Farbe von einem definierten Hersteller (z.B. Pantone) ist. Auffällige Farbabweichungen werden vermieden.

Nachteile der Sonderfarben gegenüber den Standarddruckfarben der Euroskala (cmyk)

  •    Teuer bei den Druckkosten (Standarddrucksachen), vor Allem wenn mehrere Sonderfarben im Spiel sind (Farbkosten, Rüstzeiten).
  •    Längere Druckzeiten, da die Druckerei die Druckmaschine auf die spezielle Farbe umrüsten muss.
  •    Nutzung von Onlinedruckerei ist aufwändiger. Nicht jede Onlinedruckerei bietet (günstige Produkte mit) Sonderfarben an.
  •    Standarddrucksachen (Werbebanner oder Zeitungsanzeigen) müssen von der Sonderfarbe ins cmyk übersetzt werden. Das gelingt leider bei speziellen Sonderfarben gar nicht gut. Hier besteht ein enormer Farbunterschied von Sonderfarbe vs. Euroskala.
  •    Werbeträger werden meist um 4c-Druck angeboten, Sonderfarbe entfällt oder ist extrem kostspielige bei der Nutzung
  •    Großformatige Werbeartikel (Flaggen, Fahnen, Riesenbanner, Aufkleber, …) werden im Digitaldruck hergestellt, dies schließt Sonderfarbennutzung aus.

Das Fazit fällt kurz aus, ob Sonderfarbe oder 4c:

Es kommt wirklich auf den Einzelfall an, ob das Corporate Design eine Sonderfarbe (oder mehrere) aufweisen sollte oder nicht. Dazu muss vor der Konzeption ein ausführliches Briefing erfolgen, wo mindestens die oben genannten Punkte abgeklopft werden sollen. Ich betreue Kunden aus beiden Lagern, nachdem die Vor- und Nachteile ausgiebig diskutiert und berechnet wurden. Denn letztlich kostet alles Geld, aber was sieht besser aus?

Die Gestaltungslinie von IB Service wurde von mir mit einer Sonderfarbe (Pantone 021) + Schwarz umgesetzt, das Projekt werde ich hier demnächst vorstellen.

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